Konfessionsverschiedene Paare
Verständnis der Ehe

Aus dem Glauben an das Wort Gottes stimmen die Kirchen darin überein, dass der Ehe eine besondere Würde und ein hoher Wert zukommen.
Die Ehe unter Christen ist – wie die Taufe – davon getragen, dass Gott sich uns zuwendet.
So sind die Eheleute in besonderer Weise mit Gott verbunden.
Christen, die treu im Glauben leben, bezeugen in der Ehe die unverbrüchliche Treue Gottes, die sie “in guten und bösen Tagen” trägt.

Für die Katholische Kirche ist die Ehe die von Gott gestiftete Lebensgemeinschaft von Mann und Frau, die durch Christus unter Getauften zum Sakrament erhoben ist.

Die Ehe ist unauflöslich.
Dazu wissen sie sich verpflichtet durch Gott, den Schöpfer der Einheit von Mann und Frau, und durch die Weisung Jesu “Was Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen.” (Markusevangelium, Kapitel 10).

Da die Ehe aus der Sicht des Glaubens und für das Leben sehr hohe Bedeutung hat, haben die Seelsorger der beiden Kirchen die Aufgabe, die Brautpaare auf die Ehe vorzubereiten und sie zu begleiten.

Trauung

Die Römisch-katholische Kirche und die Evangelische Kirche haben vereinbart, wie eine Trauung zwischen bekenntnisverschiedenen Partnern gestaltet werden kann.
Entgegen mancher Meinung gibt es keine so genannte “ökumenische Trauung”.
Die möglichen Formen einer kirchlichen Trauung sind:

1. Katholische Trauung durch einen katholischen Priester oder Diakon.
2. Evangelische Trauung durch eine(n) evangelische(n) Pfarrer(in)
3. Katholische Trauung durch einen katholischen Priester oder Diakon unter Mitwirkung eines (einer) evangelischen Pfarrers (Pfarrerin).
4. Evangelische Trauung durch eine(n) evangelische(n) Pfarrer(in) unter Mitwirkung eines katholischen Priesters oder Diakons.

Das Brautpaar soll zusammen mit beiden Seelsorgern die Einzelheiten der Trauung planen.

Wenn die Trauung von einem (einer) evangelischen Pfarrer(in) vorgenommen wird, so ist – auch wenn ein katholischer Priester oder Diakon mitwirkt – für den katholischen Partner der Dispens von der Verpflichtung auf die katholische Form der Eheschließung erforderlich. Sie wird vom zuständigen Bischof gegeben; der für den Wohnsitz des katholischen Teils zuständige Pfarrer besorgt diese Genehmigung ohne weiteres.

Kindererziehung

Aus Sicht der katholischen Kirche ist es empfehlenswert, schon vor der Eheschließung zu vereinbaren in welche Kirche Sie die Kinder hineintaufen.
Hinter der Entscheidung, die Sie treffen, sollen Sie beide stehen können.
Was Sie beide in Ihrem Gewissen entscheiden, wird von den Kirchenleitungen mitgetragen.
Der katholische Teil bleibt aber jedenfalls verpflichtet, auch seine Konfession im ökumenischen Geist einzubringen.